Warum schaut keiner auf die Rückenlinie?

Da sitzt man vor dem Computer und schaut sich auf Facebook die diversen Kommentare von FB-Freunden an und stösst wieder mal auf ein Video von den Olympischen Spielen 2016 in Rio, wo eine spektakuläre Mittellinie geritten wird, gespickt mit hohen Schwierigkeitsgraden und darunter der Kommentar. "Gänsehaut". Ja, die hatte ich auch, aber eher waren es die Nackenhaare die mir zu Berge standen.
Ein grossrahmiger Fuchs piaffiert, oder wie ich gerne sage, hat "Angst auf der Stelle". Die Hinterbeine heben und senken sich ohne dabei nur annähernd in Richtung Schwerpunkt zu fussen und dabei noch nach aussen weghebelnd. Die Sprunggelenke dadurch natürlich nach hinten oben und dabei noch nach aussen wegtretend. Das dies vielleicht nicht für jeden Amateur gar ersichtlich ist, darf einem ja nicht verwundern, sehen es ja selbst die 5*-Richter nicht. Was aber jeder der mal ein gutes Buch über Grundausbildung gelesen hat weiss, ist, dass sich die Rückenlinie und zwar vom Widerrist in Richtung Kruppe in der Grundausbildung zu einer geraden Linie, sozusagen parallel zum Boden entwickeln soll. In der Piaffe, also der höchsten Versammlung im internationalen Grand Prix, müsste die Rückenlinie aufgrund der korrekten Versammlung deutlich vom Widerrist Richtung Kruppe nach hinten unten verlaufen. Dachte ich. Nichts ist doch leichter zu sehen, also wenn ich hinter dem Sattel die Linie bis zu Kruppe anschaue ob die nach hinten oben oder hinten unten verläuft. Denn nur dann kann der Rückenmuskel, welcher ja bekanntlich ein Bewegungsmuskel und kein Tragemuskel ist, frei schwingen. 

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